
Kantonsspital Baden, «Brut»
Studentenarbeit.
«BRUT» untersucht die Umnutzung des ehemaligen Kantonsspitals Baden in Dättwil – nicht als Rückbau, sondern als Weiterbauen im Geist des Brutalismus. Ausgangspunkt ist die Haltung, Struktur, Material und Systematik sichtbar zu machen und den Bestand als Ressource zu begreifen. Das Projekt reagiert auf den regionalen Wohnraummangel und versteht das Spital als robustes Gerüst für neue Wohn-, Kultur- und Sozialnutzungen. «Brut» – abgeleitet von béton brut von Le Corbusier – steht für Materialehrlichkeit, skulpturale Präsenz und eine ablesbare Ordnung.


Der Sockel wird gegliedert, gezielt geöffnet und neu programmiert. Eingriffe wie Lichthöfe, adressbildende Öffnungen und kurze Wege schaffen Orientierung und Tiefe. Das Programm kombiniert Wohnen mit Kultur, Soziales und Pioniernutzungen – nicht als Zentrum im klassischen Sinn, sondern als durchmischter Stadtbaustein, der das Areal mit seinem Umfeld verknüpft.
Das Hochhaus wird in Wohnraum überführt. Es wurden zwei Wohnungstypologien geplant, eingeschossige Laubengangwohnungen und zweigeschossige Maisonetten, welche unterschiedliche Eingriffstiefen im Bestand vornehmen. Wiederkehrende Gemeinschaftsräume an den Knoten der Erschliessung stärken die Nachbarschaft.
Ergänzende Bauteile wie eine aussenliegende Stahltreppe und vorgehängte Balkonschichten schärfen die Tektonik. Der Abtrag des ursprünglich zwischen Sockel und Turm liegenden Technikgeschosses entlastet den Baukörper und eröffnet Dachflächen für gemeinschaftliche Nutzung und Begrünung.
«BRUT» setzt brutalistische Prinzipien zeitgemäss fort. Es nimmt das Gebäude ernst, transformiert statt zu löschen und formuliert eine ressourcenschonende Antwort auf den städtebaulichen Wandel in Dättwil. Der Entwurf verbindet gesellschaftliche Relevanz und Haltung – und zeigt, wie aus einem funktional überholten Spital ein vielfältiger Ort zum Wohnen, Arbeiten und Begegnen werden














Mitwirkende
Modul
Bachelorthesis, Atelier Althaus
Studierender
Simon Oehen
Lehrteam
Peter Althaus, Pascale Bellorini, Céline Bessire, Christoph Flury, Marianne Meister, Stefan Wülser
Assistenz
Pascal Hofer, Nina Hug
Verfahren
Direktauftrag
Termine
FS 2025


