
Dachverein(t), Viscosuisse Areal Emmenbrücke
Studentenarbeit.
Ausgangspunkt ist die Transformation der industriellen Séchoirhalle und ihres Umfelds auf dem Viscosuisse-Areal zu einer Pionierwerkstatt für produktive und künstlerische Arbeit. Der Entwurf reagiert auf den Bestand, die Geschichte des Ortes und ein vorgegebenes, vielfältiges Programm. Er wurde interdisziplinär mit Innenarchitektur, Gebäudetechnik und Bauingenieurwesen entwickelt.


Die Grundidee stärkt das Vorhandene und ergänzt es gezielt: Die charakteristischen Hetzerbinder der Halle bleiben erhalten, die marode Hülle wird erneuert. Ein Neubau schliesst an, orientiert sich im Achsraster am Bestand und bildet zusammen mit dem bestehenden „Balkon“ eine Dreiteiligkeit: Halle – verbindender Steg – Neubau. So entsteht ein robustes Gerüst für flexible Nutzungen, ohne die Identität des Areals zu überformen.
Namensgebend ist das Dach als Strategie: «Dachverein(t)» versteht die Dachlandschaft als räumliches und technisches Rückgrat. Abgetreppte, begehbare Flachdächer verbinden Pionierplatz und Obergeschosse; sie schaffen Orte für Aufenthalt, Ausstellung und Erschliessung, integrieren Photovoltaik und Begrünung und vernetzen Alt und Neu zu einer öffentlich erlebbaren Topografie.
Das Programm spannt von einer grossen Werkhalle auf Platzniveau über Aula, Verkauf, Farming (gläserne Struktur), Wohnen und Studios bis hin zu Ausstellungsflächen. Die zentrale Achse des Balkons erschliesst Alt- und Neubau. Die Technik wird sichtbar geführt – ein bewusster Verweis auf das industrielle Erbe. Punktuelle Eingriffe – Öffnen, Ergänzen, Zonieren – erzeugen klare Wege, variable Räume und kurze, funktionale Distanzen.
Konstruktion und Material sind auf Kreislauf und Dauerhaftigkeit ausgerichtet: Holztragwerk mit rückbaubaren Elementen, Terrabloc (Lehm) für Innenwände und eloxiertes Aluminium-Wellblech an den Fassaden. Gründächer verbessern Mikroklima und Biodiversität; ein Sockel aus Beton schützt die Holzkonstruktion im hochwassergefährdeten Perimeter und bleibt rückbaubar. Das Ergebnis ist ein Weiterbauen am Bestand, das räumliche Qualität, technische Logik und ökologische Sorgfalt bündelt – als Beitrag zur nachhaltigen Revitalisierung eines prägenden Industrieortes.








Mitwirkende
Visualisierungen
Lukas Gerig
Modul
Bestand
Studierende
Lukas Gerig, Manuel Glutz, Cayleen Boulter, Demora Amsler, Simon Oehen
Lehrteam
Pascale Bellorini, Boris Gusic, Marianne Meister, Gunter Klix, Dominique Knüsel, Christian Zimmermann
Assistenz
Pascal Hofer, Nina Hug, Marta Shtipkova
Verfahren
Studentenarbeit
Termine
HS 2024


